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Neuer Europäischer Fahrzyklus NEFZ

Für die Messung der Schadstoffe sind europaweit gesetzliche Grenzwerte vorgeschrieben. Die ersten einheitlichen Abgasvorschriften für Pkw in der Europäischen Gemeinschaft traten 1970 in Kraft. Die EU-Normwerte für Kraftstoffverbrauch und Emissionen wurden bisher in einem gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren, dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ), auf einem Prüfstand ermittelt.

Da der NEFZ bereits 1996 eingeführt wurde, ist er heute veraltet: der Stadtverkehrsanteil ist zu hoch, die Beschleunigungen sind zu gering. Außerdem lässt er verschiedene Topografien der Landschaft sowie schnellere Autobahnfahrten und die Auswirkungen von Ausstattungen wie Klimaanlage, Radio oder Sitzheizung unberücksichtigt. Die maximale Geschwindigkeit von 120 km/h wird nur zehn Sekunden lang gefahren. Das Durchschnittstempo des NEFZ ist mit 34 km/h unrealistisch niedrig.

WLTP ersetzt NEFZ

Vertreter der Mitgliedsstaaten der UNECE* haben daher mit Unterstützung der Automobilindustrie, ein neues Verfahren entwickelt. 2017 soll der veraltete NEFZ durch den moderneren Standard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedures) ersetzt werden. Insgesamt bildet er mit höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten bis 131 km/h, stärkeren Temposchwankungen und strikteren Prüfvorgaben den Verbrauch im realen Verkehr besser ab.

Wie der NEFZ wird auch der WLTP-Zyklus auf dem Prüfstand ermittelt. Er schreibt standardisierte, reproduzierbare und vergleichbare Prüfbedingungen für nationale und internationale Fahrzeughersteller vor und bietet einen besseren Vergleichsmaßstab für die Verbrauchs- und Emissionswerte verschiedener Fahrzeugmodelle.


*Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE)